Foto: Evelin Frerk

25. 04.

Ein Naumburger Stadtstreicher ermuntert ein kleines Genie?

Ernst Ortlepp und Friedrich Nietzsche - Vortrag von Prof. Hermann Josef Schmidt in Naumburg

Der politische, zuletzt völlig verarmte Dichter Ernst Ortlepp, der seit 1830 von der preußischen Zensur sowie von dem mächtigsten Mann Europas, dem österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich verfolgt wurde, hielt sich von 1853 bis zu seinem Tod 1864 häufig in Naumburg auf. Er gab Nietzsche von seiner späten Naumburger Kindheit bis hin zur Prima wohl entscheidende Anregungen. Dennoch fällt Nietzsches Ortleppbezug in einer genetisch wenig interessierten Nietzscheinterpretation wohl noch immer unter die Tabus. Der Vortrag bietet gesammelte Belege, Indizien, Überlegungen und Hypothesen. (weiter...)

Rainer Sturm/pixelio.de

27. 04. - 28. 04.

Frühjahrstagung der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg zum Thema "Digitale Selbstbestimmung"

Mehrtägige Veranstaltung im Haus der Psychologie in Berlin

Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels hat die Frage nach individueller wie kollektiver Selbstbestimmung eine neue Brisanz bekommen. NSA, Drohnen, Google, Amazon, Facebook: Die immense Datenproduktion – Big Data – verstärkt gesellschaftliche Tendenzen zu Überwachung, Verhaltenssteuerung und Konformismus. Zu beobachten ist ein grundlegender Wandel der sozialen Beziehungen. Der schnelle und hohe Verbreitungsgrad neuer Medien begünstigt die Skandalisierung und löst konformistische Massenbewegungen aus (Flashmobs, virale Videos). Die Anonymität in sozialen Netzwerken ermutigt zu inhumanen Kommunikationsformen (Shitstorms, Cybermobbing). (weiter...)

Gisela Notz (Foto: Evelin Frerk)

28. 04.

Intervention 1968-2018: What is left? Errungenschaften und Bürde eines politischen Aufbruchs

Römerberggespräche mit Historikerin Gisela Notz in Frankfurt

Die internationale Protestbewegung von 1968 hatte in Frankfurt einen lokalen westdeutschen Schwerpunkt. 50 Jahre später scheint die Revolte entweder Anlass idealisierender Nostalgie oder wütender Diffamierung. Zeit, zu fragen, was "68" uns heute noch zu sagen hat. (weiter...)

Foto: Florian Chefai

28. 04.

Frauenrechte und Islam

Vortrag der Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi in Tübingen

Ein wesentliches Merkmal jeder islamischen politischen Herrschaft ist die Frauenfeindlichkeit. Gesetz, Kultur und Tradition des heutigen islamischen Regimes beruhen auf Geschlechterapartheid und Entrechtung der Frau. In ihrem Kampf für Frauen- und Menschenrechte gründete Mina Ahadi 2001 das "Komitee gegen Steinigung" und 2004 das "Komitee gegen Todesstrafe". (weiter...)

Philipp Möller, privat

29. 04.

Gottlos glücklich – Politik ohne Weihrauch

Lesung und Diskussion mit Autor Philipp Möller in Fürth

Dass Philipp Möller nicht an Gott glaubt, wissen nicht nur die etwa sechs Millionen Zuschauer von »Disput/Berlin!«. In »Gottlos Glücklich« hat er aufgeschrieben, was ihn seit fast zehn Jahren umtreibt: die Absurdität des Glaubens, seine politische Brisanz und die gut geschmierte Zusammenarbeit aus gläubigen Politikern und politischen Gottesanbetern. Doch spätestens seit Trump wissen wir: Irrationalität, Hass und Massenbetrug sind auch in den Parlamenten vermeintlich aufgeklärter Staaten an der Tagesordnung. Und so treibt es ihn in die deutsche Politik: In seinem neuen Buchprojekt »Isch geh Bundestag« (in Planung) geht er der Frage nach, wer in Deutschland mehr zu sagen hat: das Volk oder die Lobbys? (weiter...)